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„IsoPROTECT Austria“ - Ein Pilotprojekt für die großräumige Umsetzung von Forschung zum Schutz regionaler Lebensmittel in Österreich

Der Schutz heimischer Lebensmittel vor Fälschung durch den Element- und Isotopenfingerabdruck

IsoPROTECT Austria steht generell für die Überprüfung und den Schutz der Herkunft und Echtheit von Lebensmitteln in Österreich mit Hilfe von analytischen Methoden, mit Fokus auf dem Multielement- und Isotopenfingerabdruck. Dabei werden systematisch eindeutige chemische Fingerabdrücke in Nahrungsmitteln und Böden aus unterschiedlichen Regionen Österreichs zur eindeutigen Herkunftszuordnung bestimmt. Im VIRIS Labor (Department für Chemie, Universität für Bodenkultur) unter der Leitung von Thomas Prohaska wurden dazu Ansätze und Methoden entwickelt, welche sich die räumlichen Unterschiede in der chemischen Signatur im Boden und Wasser zu Nutze machen. Im Vordergrund stehen dabei die unterschiedlichen Verhältnisse der Elementkonzentrationen und das Isotopenverhältnis des natürlich vorkommenden Elements Strontium.

Das Sparkling Science-Projekt CSI: TRACE your FOOD

Im Rahmen des Sparkling Science-Projekts „CSI: TRACE your FOOD!“ konnten (Laufzeit: 01.10.2014 – 30.06.2017) – unter der Leitung von Andreas Zitek am VIRIS Labor – in Zusammenarbeit mit zehn Schulen die chemischen Zusammenhänge zwischen Boden und Wasser bzw. Gemüse und Fisch österreichweit erforscht werden. Diese bilden die Basis für eine erfolgreiche Zuordnung von Lebensmitteln zu geografischen Regionen.

Herkunftsbestimmung goes Citizen Science – das Top Citizen Science-Projekt „IsoPROTECT Austria”

Um den Datensatz systematisch zu erweitern und vor allem das Wissen über die chemische Zusammensetzung von Böden auf weitere Regionen auszudehnen, erfolgte die Erweiterung des Sparkling Science-Projekts um das Top Citizen Science (TCS)-Projekt „IsoPROTECT Austria: Schutz regionaler Nahrungsmittelproduktion in Österreich durch Isotopen- und Multielementfingerabdrücke“ (Laufzeit: 01.07.2016 – 31.12.2017). Das vorrangige Ziel dieses Projekts ist die systematische Erweiterung des Datensatzes zur Erstellung einer Isotopenlandkarte Österreichs, die dem Herkunftsnachweis heimischer regional produzierter pflanzlicher Lebensmittel und Fischen dient. Um dies zu erreichen, ist vor allem eine gute Abdeckung der wichtigsten Anbau- und Fischzuchtregionen in Österreich von Bedeutung. An „IsoPROTECT Austriakönnen sich daher Landwirtinnen und Landwirte, Lebensmittelproduzentinnen und Lebensmittelproduzenten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligen. Diese sammeln Boden- und Wasserproben und tragen die damit verbundenen räumlichen Basisinformationen (Koordinaten, Bodentyp, Lage, Bewirtschaftungspraxis, Fotos etc.) in Applikationen auf Handys, Tablets oder Computer ein. Danach werden die Proben an die beteiligten Schulen gesendet. Von dort werden sie nach der Vorbereitung der Proben (z. B. Sieben der Böden) sowie der Erhebung primärer Parameter und deren digitale Eingabe in Online-Formulare weiter an das VIRIS Labor gesendet, wo sie mittels induktiv gekoppelter Plasma-Massenspektrometrie (ICP-MS) auf das Elementmuster und die Strontium-Isotopie analysiert werden.

Citizen Science am neuen K1 Zentrum „FFoQSI“

Das neu gegründete K1 Zentrum „FFoQSI“ („Feed and Food Quality Safety and Innovation) übernimmt nun in einem zentralen strategischen Bereich zur „Bestimmung der Herkunft und Echtheit von Lebens- und Futtermittelnden in den beiden Projekten entwickelten Ansatz. Thomas Prohaska und Andreas Zitek arbeiten im Projekt „FFoQSI“ weiter daran, die Boden- und Wasserisotopenlandkarte Österreichs zu vervollständigen, bzw. den Zusammenhang zwischen Boden und Wasser und den entsprechenden Lebensmitteln zu erforschen. Letztendlich soll ein umfassendes statistisches Online-Zuweisungstool über eine Webplattform eine rasche Herkunftsüberprüfung durch eine räumliche Zuordnung ermöglichen. Auf Basis dieses umfassenden Ansatzes können regionale Herkunftsangaben auf Lebensmitteln wesentlich besser und schneller als bisher überprüft werden, und so regionale Produzentinnen und Produzenten in Österreich vor gezielten Fälschungen und dem daraus resultierenden Einkommensverlust besser geschützt werden.

Um die praktisch-rechtliche Relevanz der Ergebnisse sicherzustellen, wurden sowohl das Sparkling Science- als auch das TCS-Projekt in Kooperation mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchgeführt, welche auch Partner im Projekt „FFoQSI“ ist.

 

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