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Internationale ECSA Citizen Science Konferenz 2018 in Genf

Anfang Juni (3.-5. Juni 2018) fand sich die internationale Citizen Science-Community zur dreitägigen ECSA Konferenz in Genf ein.

Am Sonntag standen noch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt beim „Public Citizen Science Festival“ im Fokus. Im Kulturzentrum „Salle Communale de Plainpalais“ lernten sie Citizen Science-Projekte zu Biodiversität, Luftqualität, Astronomie oder Geschichte kennen. Nachmittags brachen sie bei Sonnenschein zum Bioblitz ins Naturschutzgebiet Teppes des Verbois auf, um Pflanzen- und Tierarten zu beobachten. Auch für Fotografiebegeisterte war gesorgt! Mit Hilfe einer kostenlosen Makrolinse - ganz leicht auf Smartphones aufsetzbar - bekamen Interessierte die Chance, sich die Natur ganz nah heran zu zoomen und mit ihren Entdeckungen an der Macro Photo Challenge teilzunehmen.

Am Montag startete schließlich die Konferenz mit einer Keynote von Bruno Strasser (Universität Genf) zum Thema „Citizen Science? Rethinking Science and Public Participation“. Fragen wie „Ist Citizen Science der richtige Begriff für die Beteiligung von Interessierten an Forschung?“ oder „Wie viele Citizen Scientists gibt es weltweit?“ regten die Anwesenden zum Diskutieren und Nachdenken an. 200.000 Citizen Scientists sollen sich monatlich engagieren, eine deutlich kleinere Zahl im Gegensatz zu den 7,8 Millionen Vollzeit tätigen Forschenden. Nach einer Präsentation zum Projekt WeObserve von Steffen Fritz (IIASA), bei dem es um eine bessere Koordination bestehender Citizen Observatories ging, lernten sich die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer beim Speed Dating etwas näher kennen. Der Nachmittag bot eine Vielzahl von Parallelsessions zu unterschiedlichen Themen. Teilnehmende informierten sich über globale Citizen Science-Initiativen wie dem Citizen Science Global Partnership oder The Open Seventeen oder erfuhren, welche internationalen Netzwerke bereits in Österreich, Deutschland, Spanien und anderen Ländern weltweit existieren. In Workshops zu Citizen Science-Onlinespielen oder Motivationen von Citizen Scientists konnten Erfahrungen geteilt und diskutiert werden. Zum Abschluss ließen die Teilnehmenden den Tag bei einem Dinner in einem ehemaligen Kraftwerksgebäude am Fluss Rhone Revue passieren.

Am letzten Tag der Konferenz wurden die Besucherinnen und Besucher in der Früh von Lionel Larqué (ALLISS) und seiner Keynote zu „Science society continuum: From 'deficit model' to social demand on research - the reform of science in progress“ wach gerüttelt. In seiner fast einstündigen Präsentation stellte er die Annahme, dass Bürgerinnen und Bürger kein Vertrauen in die Wissenschaft haben, stark in Frage und ergänzte, dass Misstrauen in und die Kritik an der Forschung oftmals miteinander vermischt werden. Der weitere Tag war wieder mit zahlreichen Dialogsessions, Workshops und Speed Talks gefüllt. Die Themenbandbreite reichte von „Citizen engagement“ über „Open Science“ bis hin zu „Observatories“. So lernten die Teilnehmenden u.a. im Story Telling-Workshop, wie sich ihre Citizen Science-Projekte in spannende Geschichten packen ließen und diskutierten im Raum nebenan über die Evaluierung von Bioblitzen.

Fazit: Drei gelungene Tage mit vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen. Und die internationale Citizen Science-Community wächst stetig weiter! Unser Dank geht an die Organisatorinnen und Organisatoren von Science et Cité, die bereits Fotos der Konferenz veröffentlicht haben.

Weitere Zusammenfassungen der Konferenz finden Sie hier, hier und hier

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