Xibalba_TCS

In der kleinen mexikanischen Stadt Tulum erforschen Einwohnerinnen und Einwohner gemeinsam mit Forschenden die Geheimnisse ihrer großen und lebenswichtigen unterirdischen Grundwasserflüsse.

Mexiko, Grundwasser, Monitoring

Das Projekt auf einen Blick

Wissenschaftsbereich: Naturwissenschaften
Ort: Mexiko, Tulum und Umkreis
Arbeitsweise: ohne PC/Handy, mit PC/Handy
Ausstattung für Citizen Scientists: Wasseranalyse-Testkoffer, Smartphone oder Kamera, Computer, Messprotokolle
Tätigkeiten der Citizen Scientists: Idee einbringen, sammeln, messen, fotografieren
Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene
Projektlaufzeit: 01.11.2016 - 31.07.2019
Zeitraum zum Mitforschen: 01.11.2016 - 30.06.2018
Zeitaufwand zum Mitforschen: Einführungskurs 2 Tage; Messungen im Feld je 30 Min., 2-3 Mal/Woche; Datenübermittlung 20 Min./Woche

Projektziel

Tulum ist eine kleine mexikanische Stadt an der Karibikküste der Halbinsel Yucatan gelegen, berühmt für seine Maya-Ruinen und angenehm kühle, natürliche Süßwasserbrunnen und -löcher im Dschungel, Cenoten genannt. Es gibt artenreiche Lagunen und Feuchtgebiete im nahen Sian Ka'an Bio-Reservat und ein ausgedehntes Karstgrundwassersystem im Untergrund. Die Bevölkerung nutzt das Wasser durch private Brunnen und das öffentliche Wasserversorgungsnetz. Das ausgedehnte Karstwasserregime ist nur sichtbar durch verstreute Cenoten, die meisten von ihnen gefüllt mit kristallklarem Wasser ohne sichtbare Anzeichen einer abnehmenden Wasserqualität.

Daher ist das öffentliche Interesse am Zustand des Wassers relativ gering. Allerdings ist das Frischwasser in einer nur einige Meter mächtigen Deckschicht konzentriert, darunter befindet sich Meerwasser, das von der nahen Küste in den Karst eindringt. Diese Süsswasserschicht ist durch den mit der Stadtentwicklung steigenden Wasserbedarf, undichte Abwassersysteme und Mülldeponien gefährdet. Damit droht auch eine Verschmutzung des Sian Ka'an Bioreservats. Erste Analysen von Brunnen, Cenoten und Lagunen erfolgten im Laufe der Projekte ‚Xplore‘ und ‚Xibalba‘ und zeigen bereits Anzeichen einer Gefährdung und damit die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Gewässerüberwachung. Diese Grundwasserüberwachung wird mit einem Monitoring-Netzwerk, basierend auf der Mitarbeit der lokalen Bevölkerung, speziell durch Einbindung von Schülerinnen und Schülern, realisiert.

Schulklassen werden mit Hilfe der Lehrpersonen in einem ein- bis zweitägigen Kurs grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, um chemische und physikalische Vor-Ort-Wasseranalysen mit einfachen, kommerziell verfügbaren Tests durchzuführen. Die Messungen werden protokolliert und die Daten per Smartphone/Internet auf einen Server hochgeladen.

An der Geologischen Bundesanstalt in Wien werden die Daten verarbeitet und aktualisierte Karten und Informationen erstellt. Diese werden dann über das Internet öffentlich zur Verfügung gestellt. Die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger über Schulen und die öffentliche Verfügbarkeit der regelmäßig aktualisierten Messergebnisse kann ein effektiver und nachhaltiger Weg sein, das Verständnis für die Ressource Wasser zu verbessern. Die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern betrifft einstweilen vor allem die in Tulum ansässige Bevölkerung, doch wird auch eine "Partnerschulenbeteiligung" in Österreich im Rahmen eines weiteren ergänzenden Projekts angedacht und ein entsprechendes Konzept entwickelt. Wasser ist schließlich ein Thema, das alle Teile der Welt immer stärker betrifft.

Beteiligte und unterstützende Einrichtungen

Kontakt

Mag. Robert Supper
Robert.supper@geologie.ac.at

Dr. Arnulf Schiller
Arnulf.Schiller@geologie.ac.at

Projektwebseite: http://www.tulum-water.net

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