Getrennte Welten? Solidaritätskonzepte und politische Orientierungen in sozialen Medien

Verschärfen die sozialen Medien soziale und politische Spaltungen? Das Projekt untersucht Vorstellungen von Solidarität in Facebook-Debatten.

Social Media, Facebook, Solidarität

Das Projekt auf einen Blick

Wissenschaftsbereich: Sozialwissenschaften
Ort: Österreich
Arbeitsweise: mit PC/Handy
Ausstattung für Citizen Scientists: Computer mit Internetanbindung und Textverarbeitungsprogramm, Facebook-Account
Tätigkeiten der Citizen Scientists: Idee einbringen, sammeln, analysieren, sonstiges
Zielgruppe: Erwachsene
Projektlaufzeit: 01.11.2018 - 31.10.2019
Zeitraum zum Mitforschen: 01.02.2019 - 31.10.2019
Zeitaufwand zum Mitforschen: Einschulung 1 Tag; Durchführung von 4 Facebook Diskussionen 1 Tag; Anonymisierung des Materials ca. 3-4h; Datenanalyse (prof. Forschende & Citizen Scientists) 1 Tag

Projektziel

Die sozialen und politischen Spaltungen in Österreich und der EU nehmen stetig zu. Das zeigte sich besonders deutlich anhand der Debatten rund um die Fluchtbewegungen im Jahr 2015. Soziale Medien stehen im Verdacht, diese Spaltungen zu verschärfen: Social-Media-Userinnen bzw. -User nehmen die Informationen auf Facebook, Twitter, YouTube etc. als „objektiv“ wahr, obwohl diese bereits stark gefiltert sind. Dies führt zur Entstehung sogenannter Filterblasen. Diese werden als Gefahr für die Demokratie erachtet, weil Menschen so nur noch die Informationen bekommen, die ihre eigenen Ansichten stützen und sich dadurch von kontroversen Diskussionen abkapseln.

Im Citizen Science-Projekt "Getrennte Welten? Solidaritätskonzepte und politische Orientierungen in sozialen Medien (SOPO)" analysieren Menschen verschiedener sozialer und politischer Milieus ihre eigenen Filterblasen, indem sie auf ihren Facebook-Seiten mit ihren Freundinnen und Freunden Diskussionen zu politischen Themen führen und genauer ansehen. Dabei stehen folgende Fragen im Zentrum:

  1. Welche Vorstellungen von Solidarität zeigen sich in den Debatten der verschiedenen Facebook-Gemeinschaften?
  2. Welche Grenzen der Solidarität werden in den Diskussionen gezogen und auf welcher Basis? Mit welchen Gruppen wird Solidarität bekundet und mit welchen nicht? Warum wird mit bestimmten Gruppen Solidarität gezeigt und mit anderen nicht?
  3. Wie werden diese Vorstellungen in den Gruppen diskutiert? Sind sie tatsächlich sehr homogen? Wo gibt es Kontroversen und wie wird damit umgegangen?

Die Analyse gibt Aufschlüsse über verschiedene politische Orientierungen und die Grundlagen sowie Grenzen verschiedener Solidaritätskonzepte. Der Citizen Science-Zugang hilft dabei 1) einen tieferen Einblick in verschiedene Filterblasen in sozialen Medien zu bekommen sowie 2) wissenschaftliche Interpretationen durch die Perspektive der Citizen Scientists zu ergänzen.

Wie kann man mitforschen?

Im Zeitraum von Dezember 2018 bis Februar 2019 wird über Facebook ein Aufruf zur Teilnahme am Projekt verbreitet. Alternativ dazu können sich Interessierte, auf die die genannten Kriterien zutreffen (Computer mit Internetanbindung und Textverarbeitungsprogramm, aktiv genutzter Facebook-Account seit mindest einem Jahr) auch per Email direkt an die unten genannten Kontaktpersonen wenden. Zehn Personen, die sich im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Region, Beschäftigungsverhältnis u.ä. unterscheiden, werden als Citizen Scientists für das Projekt ausgewählt (sie erhalten eine Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an der Datenerhebung). Die Citizen Scientists werden von den Forschenden im Zuge eines Workshops zur Datenerhebung eingeschult. Sie führen im Anschluss daran in ihren eigenen Facebook-Communities Diskussionen zu aktuellen politischen Themen. Danach anonymisieren die Citizen Scientist die Diskussionen und übermitteln sie den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Diese werden von den Forschenden in einem ersten Schritt aufbereitet und analysiert. Danach erfolgt eine gemeinsame Auswertung bzw. Re-Analyse der Diskussionen im Zuge eines Workshops. Interessierte Citizen Scientist können sich darüber hinaus an der Verbreitung der Ergebnisse beteiligen (öffentliche Abschlussveranstaltung, Berichte bzw. Artikel; siehe unten).

Was passiert mit den Beiträgen der Citizen Scientists?

Die Beiträge der Citizen Scientists werden zum einen gemeinsam mit den Forschenden ausgewertet (siehe oben). Zudem werden die Ergebnisse auf verschiedene Arten öffentlich zugänglich gemacht, woran sich die Citizen Scientists bei Interesse ebenfalls beteiligen können. Am Ende der Projektlaufzeit wird eine öffentliche Abschlussveranstaltung stattfinden und die Ergebnisse in schriftlicher Form sowohl in Fachzeitschriften als auch in Zeitungen, Blogs und sozialen Medien veröffentlicht.

Beteiligte und unterstützende Einrichtungen

Kontakt

Saskja Schindler (Universität Wien)
saskja.schindler@univie.ac.at

Annika Schönauer (FORBA)
schoenauer@forba.at

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