Namen, Gräber und Gedächtnis. Die “Heil- und Pflegeanstalt” Mauer-Öhling in der NS-Zeit

Am Friedhof des Landesklinikums Mauer sind Hunderte Opfer der NS-„Euthanasie“ begraben. Was wird in Ihrer Familie über diese Vorgänge erzählt?

Euthanasie, NS-Zeit, Geschichte

Das Projekt auf einen Blick

Wissenschaftsbereich: Geisteswissenschaften
Ort: Mauer-Öhling, Amstetten, St. Pölten
Arbeitsweise: ohne PC/Handy
Tätigkeiten der Citizen Scientists: Idee einbringen, sammeln, analysieren, sonstiges
Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene
Projektlaufzeit: 01.08.2019 - 31.07.2020
Zeitraum zum Mitforschen: 15.09.2019 - 31.07.2020
Zeitaufwand zum Mitforschen: Je nach Engagement: Interview ca 30-60 Minuten; Besuch der Workshops jeweils 2 Stunden; schriftliche oder mündliche Mitteilung nach Aufwand

Projektziel

Die hohe Zahl der im Zuge der NS-„Euthanasie“ in Mauer-Öhling Ermordeten oder durch Hunger, Vernachlässigung und falsche Medikation ums Leben Gebrachten machte im November 1944 eine Erweiterung des Anstaltsfriedhofs um 300 Grabstellen notwendig. Heute ist davon keine Spur mehr zu sehen. Das Projekt setzt sich daher das Ziel, mit unterschiedlichen Gruppen von Citizen Scientists den erweiterten Anstaltsfriedhof und damit die dort Begrabenen ins öffentliche Bewusstsein zu holen. Durch biographische Forschung und Interviews mit Angehörigen von Opfern und dem damaligen medizinischen Personal sollen die Lebensgeschichten der vergessenen Opfer rekonstruiert werden. Grundlegend werden Methoden und Grenzen der Oral History, Narrative im Familiengedächtnis, Auseinandersetzung mit Schuld, Scham und Verantwortung sowie Strategien wie Verdrängung, Relativierung und Schweigen diskutiert. Die Citizen Scientists werden ermutigt, Formen der Gedenkkultur anzuregen, die im heutigen Landesklinikum Mauer, in der Stadt Amstetten und auch im Web realisiert werden können.

Wie kann man mitforschen?

Alle Interessierten – Angehörige von Opfern, von medizinischem Personal, aber auch heute mit der Landesklinikum Mauer-Öhling verbundene Personen – können in den Workshops und direkt an das Projektteam schriftliche oder mündliche Beiträge aus dem Familiengedächtnis leisten: nicht nur zum Wissen um die Vorgänge in Mauer-Öhling in der NS-Zeit, sondern auch zu deren Verschweigen und Verdrängen. Angehörige von Opfern der NS-„Euthanasie“ können ihre Familienarchive nach Fotos, Dokumenten und mündlichen Aussagen durchsuchen und mit den Teilnehmenden und dem Team diskutieren und kontextualisieren.

Was passiert mit den Beiträgen der Citizen Scientists?

Die Beiträge und Ergebnisse werden bei den Schlussveranstaltungen im April 2020 im Rathaus Amstetten und im Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten präsentiert. Sie fließen in die Publikationen, Vorträge und Initiativen des Gedenkens ein und werden bei Einverständnis der Überbringerinnen und Überbringern und unter strenger Wahrung des Datenschutzes auf der Website des Projekts online gestellt.

Beteiligte und unterstützende Einrichtungen

Kontakt

PD Dr. Martha Keil
martha.keil@injoest.ac.at

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