Antike Textilien – Moderne Hände

Textilkünstlerinnen und -künstler, Profis sowie Laien auf der ganzen Welt teilen ihre Expertise in einem experimentalen Projekt über spätantike Textilien.

Antik, Textilien, Handwerk

Das Projekt auf einen Blick

Wissenschaftsbereich: Geisteswissenschaften
Ort: ortsunabhängig
Arbeitsweise: mit PC/Handy
Ausstattung für Citizen Scientists: Materialien für Kette und Schuss; ggf. Färbematerialien; Webgerät oder andere benötigte Ausrüstung, wie z. B. Nadeln, die für die ausgesuchte Technik notwendig sind.
Tätigkeiten der Citizen Scientists: Idee einbringen, beobachten, sammeln, messen, fotografieren, sonstiges
Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene
Projektlaufzeit: 01.09.2017 - 31.08.2019
Zeitraum zum Mitforschen: 01.09.2017 - 30.06.2018
Zeitaufwand zum Mitforschen: Der Zeitaufwand hängt mit der gewählten Technik und der jeweiligen Ausführung zusammen.

Projektziel

"Antike Textilien – Moderne Hände" setzt sich zur Aufgabe, Erkenntnisse der historischen Textilforschung mit der interessierten Öffentlichkeit weltweit auszutauschen sowie die äußerst wertvolle praktische Expertise von professionellen und privaten Weberinnen und Webern sowie Textilkünstlerinnen und -künstlern für die Erforschung antiker Textilien einzubinden. Dieses Vorhaben stellt eine Erweiterung des vom FWF geförderten Forschungsprojektes "Texts and Textiles in Late Antique Egypt“ dar, welches die Produktionsmethoden und die in griechischen Papyri greifbare, differenzierte Terminologie der Textilien im spätantiken Ägypten (ca. 300–800 n. Chr.) untersucht.

Die Citizen Science-Initiative geht hier erstmals einen wesentlichen Schritt über bisherige Ansätze hinaus, indem sie den text- und textilkundlichen Forschungen einen völlig neuen Ansatz hinzufügt, nämlich wertvolles, praktisches Handwerkswissen zu berücksichtigen, das im heutigen Zeitalter immer mehr zu verschwinden droht. Ausgangspunkt und Inspiration liefert zu Beginn eine einzigartige Papyruszeichnung mit einem Spiralmuster, das mithilfe von historisch belegten Textiltechniken auf das Medium Gewebe umgesetzt werden soll. Die in dem gesamten Herstellungsprozess gewonnenen Erkenntnisse sind maßgeblich für unser noch immer mangelhaftes Verständnis der Textilherstellung, das einen wesentlichen Wirtschaftszweig der Antike bildete.

Wie kann man mitforschen?

Interessierte können sich über die Webseite https://spiraltextile.com anmelden. Der Zeitaufwand hängt mit der gewählten Technik, der jeweiligen Ausführung sowie der Erfahrung der einzelnen Teilnehmenden zusammen. Die genaue Erfassung davon stellt eine der Forschungsfragen dar, der in diesem Projekt nachgegangen werden soll. Alle Daten zum Herstellungsprozess werden in der Umfrage auf der Webseite https://spiraltextile.com erfasst. Ideen, Fragen und Anregungen können über die Diskussionsgruppe https://www.facebook.com/groups/spiraltextile/ mit anderen Teilnehmenden ausgetauscht werden.

Was passiert mit den Beiträgen der Citizen Scientists?

Die in der Umfrage erfassten Daten werden in Wien und Ann Arbor (USA) wissenschaftlich ausgewertet. Die Ergebnisse werden in Konferenzen, Tagungen und Vorträgen in den verschiedenen Bereichen einem jeweils unterschiedlichen Publikum präsentiert.

Die Resultate fließen zudem in das Forschungsprojekt "Texts and Textiles in Late Antique Egypt" ein, dessen Ziel es ist, einen Brückenschlag zwischen den Schriftquellen und den erhaltenen Textilien zu bilden.

Die eingereichten Textilien werden in einer Wanderausstellung in Museen und Galerien in Europa sowie Nordamerika der Öffentlichkeit präsentiert. Alle Werke sind außerdem in der online Galerie zu sehen. Sämtliche Termine sind auf der Webseite https://spiraltextile.com nachzulesen.

Beteiligte und unterstützende Einrichtungen

Kontakt

Ines Bogensperger
ines.bogensperger@oeaw.ac.at

Projektwebseite: https://spiraltextile.com

Presseaussendung zum Nachlesen: "Wie passt das zusammen?" (APA Science, 11.06.2018)

Teile diese Seite

Newsletter