Citizen Science

Was ist Citizen Science?

Bei Citizen Science dreht sich alles um Forschung. Bürgerinnen und Bürger, Hobbywissenschaftlerinnen und Hobbywissenschaftler, können durch ihre Mitarbeit und ihr spezielles Know-How zu neuem Wissen beitragen. Sie können, indem sie ihren Interessen nachgehen, Forschende unterstützen. Und ganz nebenbei erhalten sie auch die Möglichkeit, sich mit weiteren Interessierten zu vernetzen und Neues aus der Welt der Forschung dazu zu lernen. Citizen Science wird sehr anschaulich in diesem Video erklärt.

Wie alles begann

Citizen Science ist keine Erfindung des 21. Jahrhunderts. So unterstützt zum Beispiel in Österreich bereits seit 1856 ein Netzwerk aus Beobachterinnen und Beobachtern die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bei der Beobachtung der Pflanzenwelt.

Einer der heute weltweit bekanntesten Citizen Scientists ist der in Tschechien geborene Mönch Gregor Mendel (1822-1884), der sich Mitte des 19. Jahrhunderts übrigens auch in Österreich aufhielt. Bekannt ist er vor allem als Begründer der klassischen Genetik. Als leidenschaftlicher Pflanzenkenner führte er u. a. Kreuzungsexperimente mit Erbsen durch, aus denen die „Mendelschen Regeln“ hervorgingen. Diese legen dar, nach welchen Regelmäßigkeiten in einfachen Erbgängen die Merkmalsausprägung erfolgt.

Schwenkt man in die USA stößt man auf ein großes Citizen Science-Projekt, das vielen ebenfalls ein Begriff sein wird: der Christmas Bird Count. Seit 1900 sind Freiwillige alljährlich eingeladen, einen Tag lang alle Vögel, die sie sehen oder hören, zu zählen. Diese Begeisterung für das Beobachten von Vögeln in ihrer natürlichen Umwelt ("Birdwatching") nimmt übrigens auch in Österreich stark zu. So können Interessierte bei BirdLife Österreich nicht nur ihre Beobachtungen eintragen, sondern auch beim Auswerten der Daten helfen oder das Team im Bereich Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Neuer Aufschwung

Die Liste an bekannten Citizen Scientists und Projekten, die mit Hilfe von interessierten und engagierten Laien durchgeführt werden, ließe sich noch durch eine ganze Reihe weiterer Personen wie Charles Darwin (1809-1882) – Verfasser der Evolutionstheorie – und Benjamin Franklin (1706-1790) – Politiker und Erfinder des Blitzableiters – sowie Pionierprojekte im Bereich der Ökologie (Lesetipp: Miller-Rushing, A., Primack, R., und Bonney, R. (2012): „The history of public participation in ecological research“) ergänzen. Bedingt durch das Internet und die vielfältigen Möglichkeiten, die die neuen Technologien wie GPS und Smartphones bieten, brach für Citizen Science jedoch Ende des 20. Jahrhunderts ein neues Zeitalter an. Mit Hilfe von interessierten Freiwilligen können heute u.a. umfangreiche Datenerhebungen über Landesgrenzen hinaus durchgeführt und große Mengen an Daten sehr schnell analysiert werden.

Citizen Science in Österreich

Im Rahmen dieser Entwicklung gibt es eine Vielzahl von Einrichtungen, die auch in Österreich Citizen Science aktiv fördern und dies im Rahmen ihrer Strategie- und Entwicklungspapiere festgelegt haben. Einige Beispiele:

Zentrale Plattformen
Bisher gibt es zwei zentrale Citizen Science-Plattformen in Österreich. Das Zentrum für Citizen Science wurde vom BMWFW bei der OeAD-GmbH eingerichtet und ist eine Informations- und Servicestelle für Citizen Science, Open Innovation und Responsible Science. Die Plattform „Österreich forscht“ ist an der Universität für Bodenkultur zu finden. Sie bildet mit unterschiedlichen Partnern aus ganz Österreich ein Citizen Science-Netzwerk.

Kontaktstellen an Universitäten
An der Universität Salzburg unterstützt die Kontaktstelle „Citizen Science“ den Dialog zwischen Zivilbevölkerung und Universität.

Wie können Citizen Scientists teilnehmen?

Die Anforderungen sind von Projekt zu Projekt unterschiedlich. In manchen Vorhaben können ohne spezielle Fähigkeiten Daten gesammelt, Forschungsfragen angeregt und Auswertungen durchgeführt werden, oft reicht schon eine kurze Einführung, in anderen Fällen sind wiederum spezielle Kenntnisse notwendig.

Die Bandbreite an Tätigkeiten für Interessierte ist jedenfalls groß. Beispiele reichen von Hobbyfotografinnen und-fotografen, die Bilder von Tieren machen und dadurch deren Verbreitung dokumentieren über Geschichtsinteressierte, die mithilfe von Transkriptionen helfen, Archive aus dem 2. Weltkrieg zu erhalten bis hin zu Allergieleidenden, die über ihre Erfahrungen erzählen und neue Ideen für Forschungsfragen liefern.

Aktuelle Projekte zum Mitforschen

Überlegen Sie als Wissenschaftlerin oder als Wissenschaftler, Ihre Forschungsarbeiten durch Citizen Science-Arbeitsmethoden zu bereichern?

Haben Sie als Büger/in Lust bekommen, bei einem Citizen Science-Projekt dabei zu sein und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten? Interessieren Sie sich für Tiere und Pflanzen und genießen es in der Natur zu sein? Vielleicht arbeiten Sie gerne von Zuhause aus und hatten schon immer eine Leidenschaft für Archäologie oder Geschichte?

Hier finden Sie eine große Auswahl an Projekten, die Sie herzlich zum Mitforschen einladen und in denen mit unterschiedlichsten Citizen Science-Beteiligungsmodellen gearbeitet wurde und wird.

Zu den Projekten.

(Inter)nationale Projektplattformen

Eine Reihe nationaler und internationaler Projektplattformen hat sich in den letzten Jahren weltweit entwickelt. Sie bringen das Konzept Citizen Science einer breiten Öffentlichkeit näher und machen Citizen Science-Projekte für interessierte Bürgerinnen und Bürger zugänglich.

Zu den Projektplattformen.

Teile diese Seite

Newsletter